Privatorchester des Dr. Kaim, aus dem später die Münchner Philharmoniker hervorgingen, angemietet für das Debütkonzert des 21jährugen. Und der griff gleich zum Allerhöchsten und dirigierte die Neunte Symphonie von Anton Bruckner. Dazu ein eigenes Orchester-Adagio - mit großem Erfolg.

In Zürich verdroß ihn der banale Opernalltag allzu sehr. In Straßburg lernte Furtwängler den Komponisten Hans Pfitzner kennen, der dort Städtischer Musikdirektor war und ihn mit seinen unberechenbaren Ansprüchen quälte. Erst am Opernhaus in Lübeck wurde die genialische Begabung des Dirigenten Furtwängler langsam offenbar. Seine Dirigierbewegungen waren zwar noch, wie ein

Chronist vermerkt, "hastig, nervös, fahrig und bisweilen fast zappelig", doch da winkte als Rettung ein überragender Mentor: Arthur Nikisch, der in Hamburg regelmäßig ans Dirigentenpult trat. Furtwängler benutzte jeden freien Abend und fuhr von Lübeck nach Hamburg hinüber, um dort die Großen am Pult zu erleben: Felix von Weingartner, Ernst von Schuch, Karl Muck und Richard Strauss. Vor allem aber Arthur Nikisch. (...) Für ihn war das Entscheidende, was er bei Nikisch hörte und sah, dies: Die Einheit von "mechanisch-rhythmischer Präzision und der Freiheit des Singens".(...)

Spätestens mit dem Engagement in Mannheim 1915 kam der nationale Ruhm. Wie hatte eine