Furtwängler nahestehende Lübecker Musikfreundin schon drei Jahre zuvor den 26jährigen beschrieben: "Furtwängler wächst von Mal zu Mal und hält uns alle in seinem Bann. Auch seine Bewegungen fangen jetzt an, geordnet und plastisch zu werden. Unbeschreiblich ist seine linke Hand - die lockt und besänftigt, mit einem zarten Vibrieren in den Fingerspitzen... Dazu kommt oft der fast überirdische Ausdruck des Gesichts, das von innerem Leuchten verklärt scheint. Man steht völlig gefangen unter dem Eindruck dieses genialischen Künstlers." Fünf Jahre lang ist Furtwängler Opernchef in Mannheim, wohlgemerkt zunächst noch als Hofkapellmeister - bis zu seinem 34. Lebensjahr. (...)Furtwänglers Mannheimer

Jahre (von 1915 bis 1920) sind die Weltkriegsjahre. Harte, künstlerisch fruchtbare Zeiten! Hier lernte er Berta Geismar kennen, seine später allgegenwärtige Beraterin und Freundin, Sekretärin und Agentin. Die Karriere bekam einen mächtigen Schub, Furtwänglers Ruf verbreitete sich vehement. So wurde er während der Mannheimer Zeit - als Nachfolger des Holländers Willem Mengelberg - Dirigent der Frankfurter Museumskonzerte, daneben auch Chef der Wiener Tonkünstlerkonzerte. Und jetzt stand er auch zum ersten Mal vor dem Berliner Philharmonischen Orchester. Das Leipziger Gewandhaus lockte an sein Pult, das Berliner Staatsopernorchester machte ihn zum Nachfolger von Richard Strauss. Kaum verwunderlich: